GLS hat geschrieben:
mischobo hat geschrieben:
@GLS
... ein Mixed-Multiplex mit TV- und IP würde weder dem DVB-C noch dem DOCSIS-Standard entsprechen.
Und womit sollte man ein solches Mixed-Multiplex erstellen können?
Das CMTS könnte das wohl. Man könnte ja mal nachforschen, wie der eine Sat-TP auf dem Astra 3B (der mit der Mischnutzung) erstellt wird. In der Praxis wäre es im Kabel freilich zu aufwändig und daher unsinnig.
Zitat:
Und zur Erinnerung: IP-basierte Dienste laufen über CMTS, damit das Modem beim Kunden weiß, welche Daten für ihn bestimmt sind. Im DVB-C-Standard sind solche Unicasts nicht vorgesehen.
In dem Stream für die IP-Dienste gibt es auch keinerlei PID-Mapping, was für DVB-C vorgeschrieben wird.
Doch. Wie Knidel in dem verlinkten Beitrag ausführt, nutzt DOCSIS den PID 8190 vom MPEG-TS für den Downstream. Daher ist es natürlich kein Problem, andere PIDs desselben TS für Audio, Video, TXT usw. zu benutzen. Jeder Receiver würde das empfangen können und PID 8190 wäre ein ganz normaler Daten-PID, der ignoriert wird. Beim DOCSIS-Modem wäre es genau umgekehrt.
Zitat:
Für IP-Dienste und TV-Dienste werden also unterschiedliche Infrastrukturen genutzt.
Aber nicht mehr lange, wie du ja am Beispiel der CCAPs, die CMTS und E-QAMs vereinen, zurecht angeführt hast. Wie auch immer, gemeinsame Kanäle von TV und DOCSIS wird es nicht geben. Aber theoretisch wäre dies möglich.
... CCAP ist Teil von DOCSIS. Damit setzt DVB-C(2) auf DOCSIS auf...
GLS hat geschrieben:
Zitat:
Der Vergleich mit der CD hinkt gewaltig, denn es gibt nicht "den" CD-Standard, sondern mehrere CD-Standards. Die Audio-CD wird im sog. Red Book definiert, die Video-CD im White Book, die CD-Rom im Yellow Book, die CD-R(W) im Orange Book, die Enhanced CD im Blue Book, die Photo CD im Beige Book, die SACD im Scarlet Book etc.
Auf eine 700MB/80Min. CD passen bei einer CD dem Red Book-Standard entsprechend 880MB, dem White Book-Standard entsprechend 800MB und dem Yellow Book entsprechend 700MB ...
Naja, wie bei DVB-C werden auch bei anderen Medien und Übertragungsstandards nie die Kriterien immer zu 100% eingehalten. Ein typisches PC-Spiel aus dem Jahr 1995/1996 hatte sein Dateisystem (CDFS) auf dem Audio-Track 1 einer ansonsten offenbar standardkonformen Audio-CD gespeichert. Die Tracks 2 bis X waren ganz normale CD-Audios, die jede Stereoanlage abspielen konnte, nur bei Track 1 blieb sie stumm. Auch die CD-ROM-Laufwerke hatten keine Schwierigkeiten, die Daten aus Track 1 zu lesen. Also sollte man das mit den Standards nicht so eng sehen. Wichtig ist, was überhaupt alles möglich ist und was davon sinnvoll ist. Bei Hard- und Software bin ich jedoch weiterhin für eine strikte Trennung in der Diskussion, ansonsten schaffen wir uns unnötige Begriffsdiskussionen und Missverständnisse.
... das waren im Prinzip CDs gem. Blue Book Standard. Nur im Prinzip, weil der Standard Audio-Tracks in der 1. Session der CD vorschreibt, bei erwähnten CD waren sie aber in der letzten Session. Das wurde nicht zuletzt aus Kopierschutzgründen gemacht. Die damals verbreiteten CD-ROM-Laufwerke konnten Audio-Tracks nur analog ausgeben.
Die diversen CD-Standards nutzen alle die gleiche Modulation so wie auch DOCSIS und DVB-C die gleiche Modualtionen nutzen. Natürlich kann man auch CD-Laufwerke herstellen, die mehrere CD-Standards unterstützen. Gleiches gilt aber auch für Empfangshardware für den Empfang von Programme via TV-Kabel.
Beispielsweise die UM-Horizon-Box kann sowohl DVB-C als auch DOCSIS empfangen und verarbeiten.
Oder siehe DVB-T2. Im Normalfall können, obwohl die gleichen Modulation genutzt werden, keine DAB+-Programme verarbeiten. Technisat bietet mit dem Digipal DAB+ einen Receiver, der das kann.
Fakt ist: der Bandbreitenbedarf im Kabel wird in Zukunft steigen. Zum Einen durch deutliche höhere Internetgeschwindigkeiten, zum Anderen durch höherauflösende TV-Programme.
Alle TV-Programme als Broadcast zu verbreitet wird damit zum Luxus. Die Übertragung von TV-Programmen als Multicast ist hier erheblich resourcenschonender. Deshalb wird Multicast im Kabel Zukunft haben.
Wie einfach man ip-basierte TV-Programme in die Programmliste integrieren lassen können, zeigt Mediabroadcast bei DVB-T2. Mediabroadcast nutzt dabei MHP und HbbTV ...