Das Bezahlpaket Viseo+ scheint abgemeldet. Die beiden Settopboxen für die grundverschlüsselten und mit MPEG-4 codierten Programme der RTL-Gruppe sind laut Meinungsbarometer Digitaler Rundfunk „nahezu unverkäufliche Elektronikartikel, die mittlerweile fast flächendeckend aus den Fach- und Großmärkten verschwunden sind“. Das kostenpflichtige, nur in Stuttgart und Halle/Leipzig angebotene DVB-T Paket „legte damals die Messlatte in verbraucherunfreundliche Höhen“, wird eingeräumt. dem hält Martina Rutenbeck vom Vermarkter Eutelsat vis a vision entgegen, der Abverkauf bewege sich „klar im Rahmen unserer Erwartungen“. Verkaufszahlen werden aber nicht veröffentlicht.
Martin Deitenbeck, Geschäftsführer der Landesmedienanstalt SLM, hält ungeachtet der schon beim Start 2009 vorgebrachten Kritik an dem „unnötigen Zwischenschritt“ daran fest, dass damals als „technische Kombination optimal“ war. RTL-Vertreter André Prahl räumt ein, dass Viseo+ „wegen seiner nur lokalen Nutzbarkeit ... nicht so intensiv wie andere bundesweite Projekte beworben werden“ konnte.
An der Gesamtsituation dürften auch die für das dritte Quartal angekündigten CI+-Module kaum etwas ändern. Die dafür geeigneten Fernseher haben alle einen DVB-S2-Tuner - und der bietet eine größere Programmvielfalt als DVB-T.
Die Beteiligten weisen zwar zurück, dass Viseo+ schon lange vor dem Lizenzende 2019 ausgedient hat. Bis dahin dürfte DVB-T2 das heutige DVB-T ersetzt haben. Dann ist damit zu rechnen, dass private HTDV-Programme auch terrestrisch verbreitet werden. Das dürfte, wie im Kabel, als Weiterleitung des Sat-basierten HD+-Pakets des Eutelsat-Konkurrenzen Astra geschehen. DVB-T2 bringt die Privaten ihrem Ziel näher, den Mehrwert von HDTV-Inhalten (evtl. paketiert mit SDTV-Programmen) in klingende Münze umzusetzen.
Quelle:
http://www.dr-m.info/Meinungsbarometer/ ... li2011.pdf